Bei Amtssachverständigen verweist § 53 AVG auf § 7 AVG.
Prüfen Sie die förmliche Bezeichnung in Bestellung und Akt. Die Ablehnung anderer Sachverständiger nach § 53 AVG ist nicht derselbe Prüfpfad wie die Behandlung eines Amtssachverständigen.
§ 53 AVG: Wann kann eine Partei einen nichtamtlichen Sachverständigen wegen fehlender Fachkunde ablehnen und was gilt nach der Vernehmung?
Mag. Mirela Saric
Rechtsanwältin · Deutsch und BKS
Mirela Saric begleitet Mandantinnen und Mandanten bei fremdenrechtlichen Fragen mit klarer Struktur: Bescheid prüfen, Fristen sichern, Strategie festlegen und rasch handeln. Sie berät auf Deutsch sowie Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.
In einem Einreiseverbotsverfahren kann die Behörde einen nichtamtlichen Sachverständigen beiziehen. Eine Partei kann dessen Ablehnung nach § 53 Abs. 1 AVG beantragen, wenn sie Umstände glaubhaft macht, die Fachkunde oder Unbefangenheit in Zweifel ziehen.
Als Regelzeitpunkt nennt das Gesetz die Vernehmung des Sachverständigen. Für spätere Einwendungen gelten besondere Voraussetzungen. Entscheidend sind daher die Rolle der Person, der konkrete fachliche Zweifel und der tatsächliche Verfahrensstand.
Prüfen Sie zuerst die Rolle des Sachverständigen. Danach ordnet die Auswertung den Einwand und den Zeitpunkt ein.
Sie wissen schon, dass Sie eine Anfrage stellen wollen? Direkt zum Anfrageformular.
§ 53 AVG unterscheidet Amtssachverständige und andere Sachverständige.
Prüfen Sie die förmliche Bezeichnung in Bestellung und Akt. Die Ablehnung anderer Sachverständiger nach § 53 AVG ist nicht derselbe Prüfpfad wie die Behandlung eines Amtssachverständigen.
Suchen Sie in der Bestellung, im Auftrag und im Gutachten nach der Bezeichnung und Funktion der sachverständigen Person. Ohne diese Einordnung lässt sich nicht sicher sagen, ob § 53 AVG der passende Prüfpfad ist.
Benennen Sie die konkrete Annahme, Methode oder Tatsache, die Sie für fehlerhaft halten. Geht es darum, welche Tatsachen das BVwG feststellen soll, zeigt der Beitrag zu Beweisanträgen im Einreiseverbot-Verfahren den eigenen Prüfungsschritt.
Wenn Sie konkrete Umstände zur Fachkunde oder Unbefangenheit haben, bringen Sie den Einwand grundsätzlich vor der Vernehmung vor. Beschreiben Sie den Bezug zur Fragestellung und legen Sie vorhandene Belege dazu.
§ 53 Abs. 1 AVG lässt eine spätere Ablehnung nur unter engen Voraussetzungen zu. Halten Sie fest, wann und wodurch Sie den Grund erfahren haben und sichern Sie die dazugehörigen Unterlagen.
Bei einer späten Einwendung muss die Partei glaubhaft machen, dass ein für sie unüberwindbares Hindernis die rechtzeitige Geltendmachung verhindert hat. Beschreiben Sie das Hindernis, seine Dauer und den Zusammenhang mit der versäumten Möglichkeit.
Der Wortlaut erlaubt die spätere Ablehnung nur, wenn der Grund zuvor unbekannt war oder ein unüberwindbares Hindernis die rechtzeitige Geltendmachung verhinderte. Lassen Sie den Verfahrensstand und die dokumentierten Zeitpunkte prüfen, statt auf eine Ausnahme zu vertrauen.
§ 53 Abs. 1 AVG unterscheidet Amtssachverständige von anderen Sachverständigen. Auf Amtssachverständige ist § 7 AVG anzuwenden. Andere Sachverständige sind nach § 7 Abs. 1 Z 1, 2 und 4 AVG in den dort genannten Fällen ausgeschlossen. Zusätzlich kann eine Partei sie ablehnen, wenn glaubhaft gemachte Umstände ihre Unbefangenheit oder Fachkunde in Zweifel stellen.
Die Einordnung richtet sich nach dem Status als Amtssachverständiger oder anderer Sachverständiger. Dass eine Behörde den Auftrag erteilt hat, beantwortet diese Frage für sich allein nicht. Prüfen Sie Bestellung und Funktion im Akt. Bedenken gegen die Person, die den Bescheid bearbeitet, sind von der Ablehnung eines Sachverständigen zu trennen.
Der Einwand sollte erklären, warum die vorhandene Fachkenntnis gerade für die konkrete Gutachtensfrage nicht ausreicht. Stellen Sie dazu die bestellte Aufgabe, den erforderlichen Fachbereich und nachvollziehbare Informationen zur Ausbildung oder Berufserfahrung der Person gegenüber. Solche Unterlagen können Zweifel stützen, begründen aber nicht automatisch eine Ablehnung.
Eine andere Schlussfolgerung oder ein für Sie ungünstiges Gutachten genügt für sich allein nicht, um fehlende Fachkunde darzutun. Benennen Sie stattdessen die beanstandete Annahme, Methode oder Tatsachengrundlage. Wenn Sie eine konkrete Behauptung zur Identität bestreiten, behandelt der Beitrag zur Identitätstäuschung im Fremdenverfahren diese eigenständige Beweisfrage.
§ 53 Abs. 1 AVG nennt als Regelzeitpunkt die Zeit vor der Vernehmung des Sachverständigen. Die Bestimmung setzt dafür keine Zahl von Kalendertagen fest. Maßgeblich ist der Verfahrensschritt, auf den der Gesetzeswortlaut abstellt.
Ein bereits zugestelltes schriftliches Gutachten zeigt für sich allein noch nicht, ob die sachverständige Person im Sinn der Bestimmung vernommen wurde. Prüfen Sie Ladung, Niederschrift und Verfahrensstand, bevor Sie den Zeitpunkt einordnen. Die Ablehnung sollte mit dem konkreten Grund vorgebracht werden, sobald dieser bekannt ist.
Nach der Vernehmung lässt § 53 Abs. 1 AVG eine Ablehnung nur zu, wenn die Partei glaubhaft macht, den Ablehnungsgrund vorher nicht erfahren zu haben oder ihn wegen eines für sie unüberwindbaren Hindernisses nicht rechtzeitig geltend machen zu können. Eine bloße Erklärung, man habe den Einwand erst später formuliert, beantwortet diese gesetzliche Voraussetzung nicht.
Ordnen Sie deshalb den Ablauf genau: Wann wurde der Grund erkennbar, wodurch haben Sie davon erfahren und welches konkrete Hindernis hat eine frühere Geltendmachung verhindert? Belege zu diesen Zeitpunkten gehören zur Begründung. Ob sie im Einzelfall ausreichen, hängt von den feststellbaren Umständen ab.
Nach § 53 Abs. 2 AVG erfolgt die Entscheidung über den Ablehnungsantrag durch Verfahrensanordnung. Der Gesetzestext legt damit die Form der Entscheidung fest. Er sagt für sich allein nicht voraus, ob der Antrag erfolgreich sein wird.
Halten Sie den Antrag, die Belege und den bisherigen Ablauf getrennt fest. Geht es neben der Person des Sachverständigen auch um die Beweisaufnahme im Beschwerdeverfahren, sind beide Fragen eigenständig zu begründen. Welche Tatsachen das BVwG feststellen soll, erklärt der Beitrag zu Beweisanträgen vor dem BVwG. Für einen Blick auf Bescheid, Niederschriften und Beweismittel hilft außerdem die Akteneinsicht im Einreiseverbot-Verfahren.
Welche Tatsachen ein Beweisantrag im Beschwerdeverfahren klären soll.
Die Bewertung konkreter Identitätsangaben und Beweismittel im Fremdenverfahren.
Welche Unterlagen und Verfahrensschritte der Behördenakt zeigen kann.
Rechtsnews zu Aufenthaltsverfahren und Einreiseverboten: BRANDaktuell abonnieren.
Im Fremdenrecht entscheiden Fristen und die richtige Argumentation. Rufen Sie direkt an oder schreiben Sie uns, Rückruf innerhalb eines Werktags.
Anschrift
BRANDAUER Rechtsanwälte GmbH Giselakai 51 5020 Salzburg
Telefon
+43 662 6280000